Wie genießt man einen Pinot Noir?
Pinot Noir sollte man bewusst genießen. Temperatur, Glas, Belüftung: Ein paar einfache Handgriffe bringen die ganze Finesse dieses Rotweins zur Geltung.
Der Pinot Noir ist ein leichter, fruchtiger Rotwein mit feinen, seidigen Tanninen. Aufgrund seiner Zartheit reagiert er empfindlich auf die Verkostungsbedingungen. Ist er zu kalt, verschließt er sich. Ist er zu warm, verliert er seine Ausgewogenheit. Im richtigen Glas, bei der richtigen Temperatur und mit der richtigen Belüftung entfaltet er seine Aromen von roten Früchten und seine aromatische Komplexität. Hier sind die Schritte für eine gelungene Verkostung.
Die 4 Schritte zur Verkostung eines Pinot Noir
Das Auge: Neigen Sie das Glas vor einem weißen Hintergrund. Betrachten Sie die Farbe: von hellem Rubinrot bis zu tiefem Granatrot, je nach Cuvée und Jahrgang. Der Pinot Noir hat eine dünne Schale, seine Farbe ist oft heller als die eines Cabernet oder einer Syrah.
Die Nase: Riechen Sie zunächst, ohne das Glas zu schwenken. Dezente blumige Noten, frische rote Früchte (Kirsche, Himbeere). Schwenken Sie dann das Glas, um die tieferen Aromen freizusetzen: Brombeere, schwarze Johannisbeere, bei im Fass gereiften Cuvées manchmal auch würzige oder holzige Noten. Bei Bestheim entfaltet unser „Exception “ nach Belüftung intensive Noten von Kirsche und reifen Himbeeren.
Am Gaumen: Nehmen Sie einen kleinen Schluck und saugen Sie leicht ein. Achten Sie auf die feinen, seidigen Tannine, die Frische und die Fruchtigkeit. Der Pinot Noir strebt nicht nach roher Kraft. Er setzt auf Ausgewogenheit und Finesse. Der Abgang hält die Noten von roten Beeren aufrecht, bei den in Eiche gereiften Cuvées manchmal ergänzt durch Vanillenoten.
Die Entwicklung im Glas: Der Pinot Noir verändert sich im Laufe der Verkostung. Die Aromen entfalten sich, die Textur wird weicher. Nehmen Sie sich Zeit. Ein guter Pinot Noir genießt man langsam, nicht in einem Schluck.
Die typischen Aromen des Pinot Noir
Das Aromaprofil des Pinot Noir variiert je nach Terroir, Weinbereitung und Alter des Weins.
Jung (Chasseurs de Lune, Rayon de Lune):
- Frische rote Früchte: Kirsche, Himbeere, Erdbeere, Johannisbeere
- Schwarze Beeren: Brombeere, schwarze Johannisbeere
- Blumige Noten: Veilchen, Pfingstrose
Reif (nach einigen Jahren Lagerung):
- Unterholz, Pilze, Trüffel
- Leder, Gewürze, Pfeffer
- Tierische Noten bei den reifsten Weinen
In Fässern gereift (Ausnahme: L'Impatient):
- Vanille, Röstnoten, subtile Holznoten
- Sauerkirschen, Pflaumen, rauchige Noten
Diese Aromen hängen direkt von den Entscheidungen bei der Weinbereitung und Herstellung des Pinot Noir ab: Mazerationsdauer, Art des Ausbaus, Parzellenselektion.
Pinot Noir servieren: Temperatur, Glas und Belüftung
Temperatur: zwischen 14 und 16 °C. Nicht im Kühlschrank, nicht bei Raumtemperatur (über 20 °C ist zu warm). Stellen Sie die Flasche 20–30 Minuten in den Kühlschrank, wenn sie zu warm ist.
Das Glas: ein breites Weinglas, das die Aromen bündelt. Der Pinot Noir braucht Platz, um sich zu entfalten.
Belüftung: 15–30 Minuten vor dem Genuss öffnen. Strukturierte Cuvées wie „L’Impatient“ profitieren davon, wenn man sie 15 Minuten lang in eine Karaffe umfüllt. Leichtere Cuvées (wie „Chasseurs de Lune“) lassen sich direkt nach dem Öffnen genießen.
Die Serviertemperatur und die Lagerbedingungen beeinflussen direkt, was Sie im Glas wahrnehmen. Schon wenige Grad machen einen großen Unterschied.
Wozu passt ein Pinot Noir?
Der Pinot Noir ist beim Essen vielseitig einsetzbar. Dank seiner Leichtigkeit und seiner feinen Tannine passt er gut zu Speisen, ohne sie zu überlagern.
- Rotes Fleisch und Wild: Rinderrippe, Entenbrust, Wildragout
- Gebratenes Geflügel: Hähnchen, Kapaun, Truthahn
- Reifer Käse: Münster, Comté, Reblochon
- Schmorgerichte: Boeuf Bourguignon, Coq au Vin
- Fondue oder Raclette: eine elsässische Kombination, die gut funktioniert
Es gibt zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten mit dem Pinot Noir. Alle Anregungen finden Sie in unserem Ratgeber „Was passt zu einem Pinot Noir?“.
Ist der Pinot Noir ein guter Wein für den Einstieg in Rotwein?
Auf jeden Fall – seine weichen, dezenten Tannine, sein fruchtiges Profil und seine Leichtigkeit machen ihn zu einem idealen Rotwein für Einsteiger. Er dominiert den Gaumen nicht und brennt nicht durch den Alkohol. Ein guter Ausgangspunkt, um Rotweine zu entdecken, bevor man sich an kräftigere Rebsorten wagt.
Sollte man den Pinot Noir nach dem Öffnen kühlen?
Sobald die Flasche geöffnet ist, verschließen Sie sie luftdicht und stellen Sie sie in den Kühlschrank. Ein geöffneter Pinot Noir ist 3 bis 5 Tage haltbar. Danach verblassen die Aromen und der Wein kann flach werden. Die Lagerung und die Serviertemperatur des Pinot Noir spielen eine entscheidende Rolle für den Erhalt der Aromen nach dem Öffnen.
Was unterscheidet den Pinot Noir von anderen Rotweinen?
Seine Finesse. Der Pinot Noir ist ein leichter Rotwein mit feinen, seidigen Tanninen und einer helleren Farbe als die meisten Rotweine. Er setzt nicht auf rohe Kraft, sondern auf Eleganz und aromatische Komplexität. Zudem ist er eine Rebsorte, die sehr stark mit ihrem Terroir verbunden ist: Ein und derselbe Pinot Noir, der auf zwei verschiedenen Parzellen angebaut wird, ergibt zwei unterschiedliche Weine. Um seine Herkunft und Geschichte besser zu verstehen, lesen Sie unseren Leitfaden zur Rebsorte Pinot Noir.