Pinot Noir: In welchen Regionen wird er angebaut?
Der Pinot Noir wird auf allen Kontinenten angebaut, entfaltet sich jedoch nie auf dieselbe Weise. Jede Region, jedes Terroir, jedes Klima prägt einen anderen Wein. Der aus dem Burgund stammende Pinot Noir hat sich weit über seine historische Heimat hinaus verbreitet. Man findet ihn in der Champagne, im Elsass, an der Loire, in Deutschland, in Neuseeland und in Oregon. Überall bleibt er eine anspruchsvolle Rebsorte, die den Boden widerspiegelt, auf dem sie wächst. Eine einzige Rebsorte, Dutzende von Profilen.
Burgund: die historische Wiege des Pinot Noir
Der Pinot Noir wird seit dem Mittelalter im Burgund angebaut. Er stammt aus dieser Region, ebenso wie der Riesling und der Gewürztraminer aus dem Elsass. Die kalk- und lehm-kalkhaltigen Böden der Côte d’Or verleihen ihm jene Komplexität, die weltweit nachgeahmt wird.
Das burgundische Appellationssystem (Village, Premier Cru, Grand Cru) spiegelt die Vielfalt seiner Terroirs wider, von der Côte de Nuits bis zur Côte de Beaune.
Typisches burgundisches Profil: in der Jugend zarte rote Beeren, später mit zunehmendem Alter Unterholz, Trüffel und Gewürze. Weine, die im Laufe der Jahre an Komplexität gewinnen.
Das Elsass: die einzige rote Rebsorte der Region
Im Elsass nimmt der Pinot Noir einen besonderen Platz ein. Er ist die einzige Rebsorte und der einzige Rotwein, die in der Region zugelassen sind. Heute macht er 10 % der elsässischen Rebfläche aus – ein stetiger Anstieg, der von Winzern vorangetrieben wird, die sich der Qualitätsproduktion verschrieben haben.
Lange Zeit als zweitrangig angesehen, erlebt der elsässische Pinot Noir derzeit eine echte Renaissance. Die kalk- und mergel-kalkhaltigen Böden in Verbindung mit einem kontinentalen Klima (heiße Sommer, trockene Herbstmonate) ermöglichen es dem Pinot Noir, eine optimale Reife zu erreichen und dabei seine Frische zu bewahren. Das Ergebnis: fruchtige Weine mit seidigen Tanninen, die schon in ihrer Jugend zugänglich sind, bei den besten Cuvées aber auch über eine ausgeprägte Struktur verfügen.
Seit dem Jahrgang 2022 ist der Pinot Noir im Elsass offiziell als Grand Cru in den Appellationen Hengst und Kirchberg de Barr zugelassen. Der Vorbourg in Rouffach folgte mit dem Jahrgang 2024. Drei elsässische Grand-Cru-Lagen, die nun für den Pinot Noir offen sind – eine Anerkennung, die das Potenzial der Rebsorte auf den Terroirs der Region bestätigt.
Bei Bestheim gibt es den Pinot Noir in vier stillen Rotweinen, vom fruchtigen und sofort trinkbaren „Chasseurs de Lune“ bis hin zu „L’Impatient“, einer seltenen Cuvée mit einer Auflage von 3.000 Flaschen aus dem Grand Cru Vorbourg. Der Pinot Noir fließt auch in die Zusammensetzung unserer Crémants d’Alsace Rosé ein, wo er Frische und Aromen von kleinen roten Beeren beisteuert.
Der elsässische Pinot Noir ist kein Abklatsch des Burgunders. Er hat seine eigene Identität, sein eigenes Gleichgewicht zwischen Frucht und Struktur.
Die Champagne: Pinot Noir als Schaumwein
Der Pinot Noir ist neben dem Chardonnay und dem Pinot Meunier eine der drei Hauptrebsorten der Champagne. Er verleiht den Champagner-Cuvées Struktur, Körper und Aromen von roten Früchten. Im Elsass spielt der Pinot Noir eine ähnliche Rolle in unseren Crémants Rosé.
Ohne Mazeration keltert er die „blanc de noirs“: weiße Champagner, die ausschließlich aus schwarzen Trauben hergestellt werden. Mit einer kurzen Mazeration entstehen die Rosé-Champagner. Eine rote Rebsorte im Dienste der Perlen.
Im Elsass folgt der Pinot Noir derselben Logik. Unsere„ “ Crémants d’Alsace Rosé werden nach der traditionellen Methode mit zweiter Gärung in der Flasche hergestellt, genau wie in der Champagne.
Loire, Jura und andere französische Regionen
Außerhalb von Burgund kommt der Pinot Noir in mehreren französischen Regionen zur Geltung:
- Loire (roter Sancerre, Touraine): leichtes, fruchtiges Profil, wenig Tannine, Kalk- und Feuersteinböden.
- Jura: frische und zurückhaltende Cuvées, kontinentales Klima, oft als Cuvée.
- Languedoc, Südwesten: eher randständig, sonnige und fruchtige Ausprägungen.
Weine, die zurückhaltender sind als die aus dem Burgund, aber die Vielseitigkeit der Rebsorte auf kühlen Terroirs verdeutlichen.
Der Pinot Noir weltweit
Der Pinot Noir hat sich weit über Frankreich hinaus verbreitet. Überall dort, wo ein kühles bis gemäßigtes Klima es zulässt, hat er Fuß gefasst:
- Deutschland (Spätburgunder): meistangebaute rote Rebsorte, Baden und Pfalz, Weine mit zunehmend ausgeprägter Struktur.
- Neuseeland (Central Otago, Marlborough): lebhafte Säure, intensive rote Fruchtaromen, stark steigender Ruf.
- USA (Oregon): kühles Klima, eleganter und feiner Pinot Noir.
- USA (Kalifornien): sonnigere Lage, reichhaltige und vollmundige Weine.
- Australien (Yarra Valley, Tasmanien): kühle Lagen, feine und delikate Profile.
- Südafrika (Walker Bay): aufstrebendes Terroir, vielversprechende Profile.
- Italien (Pinot Nero, Südtirol): alpine Böden, Frische, Finesse.
Überall gilt: Der Pinot Noir spiegelt seinen Boden wider wie keine andere Rebsorte.
Ist der Pinot Noir eine Rebsorte aus dem Elsass oder aus dem Burgund?
Beides. Der Pinot Noir stammt ursprünglich aus dem Burgund, wo er seit Jahrhunderten angebaut wird. Er ist aber auch die einzige im Elsass zugelassene rote Rebsorte, wo er Weine mit einem anderen Profil hervorbringt: fruchtiger, mit seidigen Tanninen, oft zugänglicher. Bei Bestheim verdeutlicht unser „Exception“ diesen Qualitätssprung des elsässischen Pinot Noir.